Ein Patt bedeutet ein Gleichgewicht der Kräfte
Irrtum. Wenn in einem Parlament zwei politische Lager auf die gleiche Stimmenzahl kommen und dadurch keine entscheidungsfähigen Mehrheiten bilden können, sprechen Beobachter von einem Patt. Genauso war im Kalten Krieg oft vom atomaren Patt die Rede, als sich keine der beiden Großmächte USA und Sowjetunion ernsthafte Chancen ausrechnen konnte, mit ihren zahlreichen Atomwaffen den Gegner besiegen zu können, ohne selbst großen Schaden zu nehmen. Die Einschätzung, ein Patt stehe für ein Gleichgewicht zwischen zwei Kontrahenten, ist jedoch falsch. Der Begriff Patt stammt nämlich aus dem Schach, und hat dort eine etwas andere Bedeutung. Beim Spiel mit den weißen und schwarzen Figuren steht ein Patt zwar auch für ein Unentschieden, dieses kommt allerdings nicht durch ein Kräftegleichgewicht zu Stande. Im Gegenteil: Ein Patt entsteht fast ausschließlich dann, wenn eine der beiden Parteien nur noch wenige Figuren hat und deren König vom überlegenen Gegner eingekreist ist. In der Regel ist es dann eine Unachtsamkeit des kurz vor dem Sieg stehenden Spielers, der dem Gegner alle Zugmöglichkeiten nimmt, ohne dabei den König zu bedrohen. In anderen Spielen (z. B. Mühle) führt eine solche Situation zur Niederlage des Spielers, der nicht mehr ziehen kann. Beim Schach schreiben die Regeln dagegen vor, dass ein Patt als Unentschieden gewertet wird. Ein Patt ist also alles andere als ein Gleichgewicht. Es steht eigentlich für einen verschenkten Sieg. Ein Unentschieden, das durch ein Kräftegleichgewicht zu Stande kommt, gibt es beim Schach übrigens auch. Es entsteht dann, wenn sich die beiden Spieler explizit auf ein Unentschieden (Remis) einigen, hat aber keinen speziellen Namen. Quelle: Wikipedia.de

